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Statische Mängel im Deckenaufbau/Dachbereich der Residenzgalerie Salzburg


Wegen notwendiger Baumaßnahmen muss die Residenzgalerie Salzburg voraussichtlich bis 26. März 2010 geschlossen bleiben. Bis dahin ist keinerlei Betrieb möglich.


Die Eröffnung der Ausstellung „Die ganze Pracht“, die ab 27.11.2009 gezeigt werden sollte, wird voraussichtlich auf 27. März 2010 verschoben. Ebenso verschoben wird die für 5.12.2009 geplante Eröffnung der Ausstellung WIR MACHEN MUSEUM: Lebensspuren – Graffiti goes Museum auf 24. April 2010.

Zur Chronologie der Ereignisse:
Im Zuge der Umsetzung des Salzburger Museumsleitplanes wurde ein Statiker damit beauftragt das gesamte Gebäude inklusive Dachboden auf mögliche Nutzungen hin zu untersuchen.
Am 17.9. 2009 gab man die Berechnungen zum Dachboden im Osttrakt der Residenz (Bereich: Ecke Residenzplatz / Domplatz) bekannt. Als Folge wurden mit sofortiger Wirkung fünf Ausstellungsräume der Residenzgalerie Salzburg geschlossen, die Objekte und Leihgaben der Sonderausstellung „Badeszenen“ in Sicherheit gebracht und die Leihgeber verständigt.
Die statischen Berechnungen zum unmittelbar anschließenden Dachbodenbereich wurden vom Statiker am 24.11.2009 anlässlich einer von der Baubehörde anberaumten Begehung bekannt gegeben.
Ergebnis: die gesamte Residenzgalerie Salzburg wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2010 geschlossen um die unabdingbar notwendigen Baumaßnahmen durchführen zu können.

Ursache: Statische Mängel im historischen Gebäude
Im Laufe der Baugeschichte der Salzburger Residenz wurde der Dachboden mehrmals umgebaut; der sanierungsbedürftige Teil wurde um 1710 (unter Erzbischof Harrach) sowie 1856 (für Carolina Augusta) adaptiert.
Der Boden/ Deckenaufbau im südöstlichen Dachbereich der Residenzgalerie Salzburg weist Setzungen (Senkungen) von teilweise über 12 cm auf, die nach heutiger Norm zwingend saniert werden müssen.
Der unterschiedliche Aufbau der Decke  – geschlossene Balkendecke und Tramdecke (mit Abständen zwischen den Balkenlagen), die entsprechende Beschüttung und der darüber liegenden Ziegelboden – hat ein hohes Eigengewicht und führt zu den festgestellten Senkungen der Balken. 

Maßnahmen:
Sofortmaßnahme: Zur Entlastung des Bodens wird bis Weihnachten der Ziegelboden händisch abgetragen, unmittelbar danach (Anfang Jänner 2010) wird die Beschüttung entfernt. Als Ersatz wird eine Wärmedämmung auf die Balkendecke aufgelegt und darüber ein Brand hemmender Belag aufgebracht.
Zur Verstärkung der aus der Zeit um 1710 stammenden Holzbalkenkonstruktion in der Mitte des Ost-Traktes werden voraussichtlich zwei Stahlträger eingezogen werden.

Weitere Maßnahme:
Der Dachstuhl des betroffenen, sanierungsbedürftigen Bereiches liegt in Teilbereichen auf der Balken-Stützkonstruktion auf; diese wird im Winter durch die Schneelast zusätzlich belastet, so dass nach Abschluss der Bodensanierung – voraussichtlich 2010/2011 Sanierungsmaßnahmen des Dachstuhles folgen werden.

Ziel ist, so LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer, „die Sofortmaßnahmen rechtzeitig zur Wiedereröffnung der Residenzgalerie Salzburg am 26.3.2010 abgeschlossen zu haben“. Sowohl die Experten als auch Maximilian Brunner, Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser halten dies, falls es im Zuge der Sanierungsarbeiten zu keinen unerwarteten und neuen Ergebnissen kommt, für realistisch.

Salzburger Landesarchiv, RSV III-34