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Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun 1654 - 1668


Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun 1654 - 1668
Ein Bauherr für die Zukunft



Ausstellung zum 340. Todestag 1668/2008



15. 11. 2008 - 08. 02. 2009




Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun (1616 - 1668) prägte das barocke Bild der Stadt Salzburg. In den knappen 14 Jahren seiner Regierungszeit (1654 – 1668) wurde die Residenz um wesentliche Elemente ihres heutigen Erscheinungsbildes bereichert, die Winterreitschule (heute Karl Böhm-Saal des Salzburger Festspielhauses) gebaut sowie der Residenzbrunnen und der Pegasusbrunnen (heute im Garten von Schloß Mirabell) errichtet.



Zu den bedeutenden Baumaßnahmen im Bereich von Guidobalds Salzburger Residenz zählen die Errichtung der Dombögen sowie der Domfassade, die Platzgestaltung des Domplatzes durch die Errichtung der Fassade an der Südseite des Domplatzes und den Bau seiner Gemäldegalerie, heute „Langer Gang“ von St. Peter, in der Bel Etage dieses Traktes.



Salzburger Museumsleitplan
Guidobald Thun baut somit jenen Rundgang, der von LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer im Rahmen des von Dieter Bogner ausgearbeiteten Salzburger Museumsleitplanes wieder für Besucher der Salzburger Residenz zugänglich gemacht werden soll: ein Rundgang um den Domplatz – mit neuen prachtvollen Aussichtspunkten auf die Stadt und die Stadtberge und neuen überraschenden Einblicken in die Raumabfolge eines Repräsentationsbaus des Barock.
Die Ausstellung bietet einen Überblick zu diesem historischen Rundgang, der in Zukunft wieder erlebbar sein soll: Guidobald Thuns Bautätigkeit und das Projekt des Salzburger Museumsleitplanes werden einander gegenübergestellt.



Gemälde des Erzstiftes Salzburg
Präsentiert wird im Rahmen der Ausstellung eine Auswahl an großformatigen Gemälden des 17. Jahrhunderts, die für die Gemäldegalerie Guidobald Thuns vorgesehen waren. Guidobald selbst hat diese Gemäldegalerie auf Grund seines vorzeitigen plötzlichen Todes nie in Funktion gesehen; Nutznießer seiner Bautätigkeit in der Salzburger Residenz war sein Nachfolger Max Gandolph Graf Kuenburg (1668 – 1687).



Guidobalds vergab Aufträge an zeitgenössische Maler, die sich in Süddeutschland und Böhmen einen Namen gemacht hatten und versuchte somit, innerhalb seines Netzwerkes von Familie und Freunden, mit Haupt-Schwerpunkten im süddeutschen und böhmischen Raum zu reüssieren; daraus erklären sich seine Aufträge an den um die Mitte des 17. Jahrhunderts bereits weitum berühmten, vom Kaiserhof und Adel gesuchten Maler Joachim Sandrart. Gefördert hat er überdies die Karriere des knapp vor seiner Wahl zum Erzbischof 1654 nach langjährigem Italienaufenthalt nach Deutschland zurückgekehrten, eigenwilligen und exquisiten Malers Johann Heinrich Schönfeld.



Rekonstruktion der Gemäldesammlung des Erzstiftes Salzburg
Die Publikation bietet erstmals eine Rekonstruktion  jener Sammlung, die für die Repräsentationsräumlichkeiten der Erzbischöfe seit dem Spätmittelalter bis zu Guidobald Thuns Tod im Jahr 1668 auf Kosten des Staates in Auftrag gegeben bzw. erworben wurde.
Die Ausstellung zeigt an Hand von vier Beispielen, wie schwierig die Identifizierung der in den Salzburger Inventaren verzeichneten Kunstwerke sich gestaltet: François Marie Neveu und Federico Marchese Manfredini haben knapp nach 1800 aus der Gemäldesammlung einzelne Werke „entnommen“, Erzherzog Ludwig Viktor wurden vom Hofmobiliendepot zur Ausstattung von Schloss Kleßheim in den 1870-er Jahren Salzburger Bestände zur Verfügung gestellt, Schloss Eckartsau war gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Salzburger Gemälden, die im 2. Weltkrieg zu Grunde gingen, ausgestattet.



Biographische Daten zum Erzbischof
Zweifelsfrei überflügelten die politischen Ambitionen Guidobald Thuns seinen Ehrgeiz als Kunstmäzen. Das Wirken in seinem politischen Netzwerk, ausgespannt zwischen Kaiserhof und Vatikan, Jesuiten und Kapuzinern, der Verwandtschaft zwischen dem Trentino und Nordböhmen sowie dem mit ihm in ganz Europa befreundeten und bekannten Adel, gleicht einem ununterbrochenen Feuerwerk, dem sein früher, jäher Tod ein Ende setzt.
Der Recherche von biographischen Daten sowie des Netzwerkes von Guidobald Thun dienten wissenschaftliche Forschungen, die im Rahmen eines Projektes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt, in der Publikation zu Erzbischof Guidobald Graf Thun veröffentlicht werden.



Konzept und Durchführung: Dir. Dr. Roswitha Juffinger



Publikation: Konzept: Roswitha Juffinger
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die der Biographie, der Bautätigkeit und der Rekonstruktion der Gemäldesammlung des Erzstiftes Salzburg gewidmet ist.



Autoren: Roswitha Juffinger / Christoph Brandhuber / Walter Schlegel / Imma Walderdorff

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